Positionspapier zur Gründung der FAFAB
(Fachakademie für Aggressionsforschung und Aggressionsbewältigung)

Jenseits der Therapie


    Wozu schreiben wir das eigentlich?
    Wir finden, es sollte jeder in die Lage versetzt werden, zu unterscheiden, welches Therapieangebote seriös ist - den ganzen Weg des Herzens geht - und welches mitten auf dem Weg stehen bleibt. Aus Erfahrung wissen wir, das mit dem halben Weg großer Schaden angerichtet werden kann, weil man noch mehr von sich entfernt wird, als man es schon vorher war, aber in dem Glauben bestärkt wird, das man es drauf hat.

    Ich verwende gerne das Sprichwort: Viele Wege führen nach Rom! Ist es also ein Weg der nach innen führt, oder ist es eine Sackgasse. Das ist nicht immer einfach zu unterscheiden. Es ist wie bei der Liebe: Der Gegenspieler der Liebe ist nicht der Hass, den kann ich leicht erkennen. Der Gegenspieler der Liebe, ist die Scheinliebe. Oder auf Therapeuten bezogen, die Scheinheiligen.

    Aber selbst wenn der Weg - der Prozess - nach Rom führt, ist die Frage von hier aus gesehen, führt der Weg um das Kap der guten Hoffnung herum oder schnurrstraks über die Alpen. Ja und selbst wenn ich dann vor Rom stehe, ist die Frage, komm ich in Rom rein? Habe ich auf meinem Weg die notwendigen Erfahrungen, den nötigen Mut gesammelt, um den letzten Sprung nach Rom hinein zu tun?

    So ist im Internet eine Menge Unsinn unterwegs, dem man auf dem Leim gehen kann und auch wertvolle Zeit verloren geht.

    Hier einige Entscheidungshilfen:

    Mit drei wesentlichen Punkten muss der angebotene Prozess, beinhalten : Tod - Liebe - Meditation. Das sind die entscheidenden Themen mit dem der Seminarteilnehmer sich auseinandersetzen muss. Ohne sie ist kein durchdringender Prozess möglich.

    Dann gibt es z.B. den Weg der Kraft ( Macht, Wissenschaft, Politik ), um mit der Logig jenseits der Logig zu kommen.

    Oder den Weg der Schönheit, ( Perfektion, Musiker, Künstler), um zum Herzen, immer wieder zur Liebe zu gelangen.

    Oder den Weg der Ehrfurcht vor dem unendlichen Universum ( die Propheten ), um in Demut zu verweilen.

    Aber bei allen Wegen, es sind nicht die wege entscheidend, nicht die Übungen sind das entscheidende, auch wenn es ohne sie nicht geht. Viel wichtiger ist , ob der Prozess mit Mitgefühl begleitet wird.

    Wie ist es denn, wenn uns durch unser Leben die Punkte gedrückt werden: Wir finden andere, die daran schuld sind; oder glauben, das die Bedingungen verändert werden müssen, damit es uns besser geht oder wechseln gleich den Partner, oder retten uns in einem Seitensprung, oder werden Singel, oder wechseln zu mindest die Arbeitsstelle. Durch die meisten Seminarangebote kommt noch eine weietere Varante hinzu: wir dürfen uns als was besonderes fühlen: als Heilige, die mit den Engeln sprechen können; als Mystische Gestalt, die mit Kobolden oder gar Toten sprechen kann; als Schamane, der die Naturkräfte heraufbeschwören kann usw.. Das ist keine andere Kompensation meiner Schwachstellen, die mich auf mein inneres Gefängnis aufmerksam machen, als wenn ich mit 250 Sachen mit einem Porsche auf der Autobahn rase. Nichts anderes!

    Es führt nicht zur Transformation, aus meinem eigenen Gefängnis heraus, sondern ich bekomme ein weiteres Spielzeug - und wir leben im Innern in mit Spielzeugen überfüllten Kinderzimmern als Ersatz für....?.- und nach einer Weile, wenn es langweilig geworden ist, kann ich auf dem nächsten Seminar mir mein nächstes Spielzeug erwerben. So kann ich alt werden und bin über die zahlreichen Seminarangebote immer wieder davon abgahlten worden mir selbst jenseits meines Gefängnisse zu begegnen. Deshalb halten wir viele Seminare für schädlich, da sie den Teilnehmern vorgaukeln, etwas für sich zu tun, aber die Seminarleitung nicht den Mut hat mit den Teilnehmern durch ihre schwarzen Löcher zu gehen, den ganzen Weg des Herzens zu gehen. Ihenen fehlt das Mitgefühl, sie können spüren wie die Pyche leidet und verteilen Trostpflästerchen, Spielzeuge, aber sie spüren nicht wie die Seele leidet oder ahnen es, aber haben Angst den Weg zu Ende zu gehen, sowohl für sich selbst und erst recht mit den Teilnehmern.

    Aber was ist Mitgefühl?

    Denn schon da scheiden sich die Geister der Seminarleiter!

    Gurdieff hat es mal in einer Geschichte erzählt ( frei nacherzählt):

    In einem Teich schreit ein Mann: "Hilfe! Hilfe! Ich ertrinke.!"

    Ein guter Samariter, der des Weges kommt, holt den Mann aus dem Wasser, bringt ihn zu sich nach Hause, gibt ihm Kleider, gibt ihm zu essen und lässt ihn bei sich Übernachten.

    Am nächsten Tag, im selben Teich, ist der selbe Mann wieder am schreien: "Hilfe! Hilfe! Ich ertrinke!" Selbstverständlich wird er vom Samariter gehört und gastfreundlich aufgenommen.

    Am nächsten Tag, im selben Teich, ist der selbe Mann wieder am schreien: "Hilfe! Hilfe! Ich ertrinke!"
    Dieses Mal kommt Mullah Nasrutin vorbei, er sieht den Mann.... und...... geht weiter.

    Der Mann im Teich ist außer sich vor Wut und schreit ihn an: "Du egoistischer, kalter, herzloser Mann!" Und während er hinter ihm her läuft: "Hast du gar kein Mitleid, du denkst nur an dich! Ich ertrinke und du geht einfach weiter"
    Mullah Nasrutin dreht sich um und sagt: "Und, bist du draußen?"

    Um dieses Mitgefühl geht es, genau zu wissen, nicht im Kopf, sondern tief im Herzen, was die Seele des anderen braucht, um sich selbst helfen zu können. Sich selbst auf den Weg zu machen.
    Sich als Therapeut überflüssig zu machen, nicht den Teilnehmer zu gebrauchen, um als guter Samariter, guter Therapeut dar zu stehen. Ja, selbst die Therapie überflüssig zu machen. Manchmal ist es nur ein Wort, manchmal ist es nur eine Geste, die es im richtigen Moment, wenn der andere soweit ist, bedarf. Dazu braucht man viel Erfahrung und ein sensibles Gespür und einen guten Lehrmeister. Und sicherlich ist es nur möglich zum richtigen Zeitpunkt den Teilnehmer tief im Herzen zu begegnen - nicht im persönlichen Herzen - wenn man selbst schon mehrmals an diesem Punkt war und weiter gegangen ist. Und genauso sicher ist, daß man dafür keine Lorbeeren ernten wird! Aber der andere ist ein Stück gewachsen und das ist das, was durch Mitgefühl geschehen kann.Und das ist das was eine tiefe Glückseeligkeit ausmachen, dies zu erleben dies zu sehen. Dazu braucht es eine freie und unabhängige Leitung, die sich durch nichts kaufen lässt und keine faulen Verträge eingeht. Das findet man nur sehr selten!

 

Ziele der Fachakademie

Wir arbeiten mit dem Alltag - der Transformation - der Transzendenz

Aus den genannten Gründen setzen wir uns dafür ein: